Der große Kuchen von Xiqiao ist ein traditionelles Backwerk aus Xiqiao im Kreis Nanhai (Foshan). Die Überlieferung datiert ihn in die Hongzhi-Zeit der Ming: Fang Xianfu, ein Xiqiaoer, der es zum Minister für Personalwesen brachte, hatte vor einer frühen Audienz keine Zeit zum Frühstück und ließ vom Hauskoch einen Hefeteig mit Eiern und Zucker verkneten und zu einem großen Kuchen backen. Die Kollegen lobten ihn, und er erhielt den Namen seiner Heimat. Als Fang sich zum Lehren nach Xiqiao zurückzog, gab er das Verfahren an die Bergdörfler weiter, und der Kuchen verbreitete sich.[1][2]
Verfahren und Eigenart
Weiches Weizenmehl wird mit frischer Hefe und Wasser verknetet und etwa einen Tag geführt. In den gegangenen Teig wird Zucker eingearbeitet. Separat werden Mehl, Schweineschmalz, Öl und alkalische Lösung zu einem Teig verknetet, mit dem Grundteig vereint, zu einer Rolle geformt, in Kugeln geteilt und zu runden Fladen gepresst. Die Oberfläche wird bemehlt und bei mittlerer Hitze gebacken; nach dem Abkühlen bestreut man sie mit geröstetem Weizenmehl. Der Kuchen wird so breit wie ein Vollmond, weiß mit einem Stich Birnengelb, ohne Brandflecken, weich, süß und zergehend.[1]
Brauch und Weitergabe
In Xiqiao verschenkt man ihn bei Hochzeiten, Besuchen und zum Neujahr: Die Gare klingt wie „Söhne bekommen“, der Zucker steht für Süße und die runde Form für das Zusammensein unter dem Vollmond; der erste Kuchen der Familie des Bräutigams gilt als Verlobungskuchen. Das Handwerk kam im November 2010 in die dritte Bezirksliste von Nanhai und im September 2015 in die fünfte Stadtliste von Foshan.[1]
[1]: Museum des Bezirks Nanhai, Foshan, „西樵大饼制作技艺“. [2]: Foshan Online, „《樵山叙岭南》④ | 樵山藏佳趣,草木载乡情“.